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Wegen Bürokratie geschlossen: Kein Erlebnistag Deutsche Weinstraße

Der Erlebnistag Deutsche Weinstraße findet so wie bisher nicht mehr statt. Schluss mit lustig! Schluss mit autofreier Weinstraße, auf der Fußgänger und Radfahrer die Weinstraße für sich hatten und von Ort zu Ort kommen und zwischendurch einkehren konnten.

Ins Leben gerufen wurde der Erlebnistag Deutsche Weinstraße zum 50-jährigen Bestehen der Deutschen Weinstraße 1985. Damals wurde die Weinstraße erstmals für den Autoverkehr gesperrt, von Schweigen bis hinauf nach Bockenheim. Zunächst war kein weiterer Erlebnistag geplant, daher fand 1986 nichts statt, aber der Wunsch nach weiteren Erlebnistagen war so stark, dass ab 1987 jedes Jahr ein Erlebnistag stattfand, stets unter einem anderen Motto (wie zum Beispiel „Swingende, klingende Weinstraße“ oder „Die Ritter der Pfalz“ oder im Jahr 2005 „Die Pfalz im Fußballfieber“).

Im Lauf der Jahre hat sich der Erlebnistag Deutsche Weinstraße zu einem touristischen Höhepunkt entwickelt. Viele Besucher kamen von weither angereist und für die Gastronomie und Winzer wurde der Erlebnistag zu einem der wichtigsten Termine im Jahr. Teilweise waren rund 200.000 Gäste zu Fuß oder per Fahrrad oder einem anderen Gefährt auf der Weinstraße unterwegs.

2019 fand der Erlebnistag ein letztes Mal statt, bevor er wegen Corona 2020 und 2021 ausfallen musste.

Eigentlich hätte es 2022 wieder losgehen können, wenn nicht … ja, wenn nicht der Gesetzgeber zugeschlagen hätte. Die Regierung in Mainz hat nämlich ein neues Polizei- und Ordnungsbehördengesetz auf den Weg gebracht. Diesem Gesetz zufolge muss für jede Veranstaltung ein Sicherheitskonzept vorliegen, mit einem hauptverantwortlichen Veranstalter.

Genau das hat der Erlebnistag Deutsche Weinstraße jedoch nicht. Es gibt nicht einen einzelnen Veranstalter, sondern es war jedes Jahr eine Vielzahl von Organisationen eingebunden, das ganze Fest ging eher kommunenübergreifend, unbürokratisch und unkompliziert über die Bühne, jeder packte in seinem eigenen Aufgabenbereich an und gut war’s.

Das mit dem Unbürokratisch geht ja gar nicht! Künftige Feste und Veranstaltungen sind nur noch mit Bürokratie und Verantwortung und allem anderen Pipapo zu haben. Bisher gibt es keinen zentralen Veranstalter, der den Anforderungen des Polizei- und Ordnungsgesetzes genügen würde. Weil das geforderte Sicherheitskonzept nicht nur viel Verantwortung mit sich bringt, sondern auch hohe Kosten, ist unsicher, wie es ab 2023 weitergeht oder ob es überhaupt weitergeht.

Auch mal wieder ein Beispiel für eine Politik des „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“. Das ist schade für das Land und die Leute …

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